Stuttgart bekommt Verkehrsprognose-App ab 2016

Die Landeshauptstadt erstickt im Stau und das soll sich ändern: Das Stuttgarter Startup BRINGX will per App die Straßen vom starken Verkehr entlasten. Diese App bietet eine Verkehrsprognose, die bereits im Voraus über voraussichtliche Verkehrsstörungen informiert.

Dadurch können Autofahrer flexibel auf Alternativrouten oder –zeiten ausweichen, der Verkehr verteilt sich besser. Auch das EU-Programm „frontierCities“ war von dieser Idee überzeugt und unterstützt das Unternehmen mit einer Fördersumme in Höhe von bis zu 120.000 Euro. Am 22. Juli unterschreibt BRINGX-Gründer Matthias Brunner den Fördervertrag in Brüssel, im August startet das Projekt. Bereits im Frühjahr 2016 wird die App im Rahmen einer öffentlichen Testphase den Stuttgartern zur Verfügung stehen.

Über die kostenlose App sollen sich Nutzer bis zu einen Tag im Voraus über voraussichtliche Verkehrsstörungen informieren können, welche sich z. B. aus der Rush Hour, aktuellen Veranstaltungen oder Bauarbeiten ergeben. Gleichzeitig erhalten sie Vorschläge über alternative Routen sowie besser geeignete Fahrtzeiten und können so die Staus umfahren. Dies dürfte sowohl für Privatpersonen als auch für Transportdienstleister interessant sein. So soll es z. B. Pendlern ermöglicht werden, ihren täglichen Weg zur Arbeit entspannt zu planen. Aber auch Unternehmen wie Paket- und Kurierdienste sowie deren Kunden könnten von der Prognose profitieren, indem Verspätungen vermieden werden. Langfristig ist vorgesehen, den Verkehr mithilfe der App insbesondere zu Stoßzeiten zu steuern und die Staus in und um Stuttgart deutlich zu reduzieren.

An der Umsetzung der App arbeiten insgesamt drei Teams. Unter der Leitung von BRINGX (vollständig: BRINGX Logistics Matthias Brunner) aus Stuttgart sind die TRC GmbH aus Essen und die abstracture GmbH aus Mainz am Projekt beteiligt. TRC verfügt über langjährige Erfahrung auf dem Gebiet der Verkehrsplanung und –optimierung, während abstracture den Bereich der Entwicklung komplexer und sicherheitsrelevanter Software abdeckt. Weitere Unterstützung erhält das Konsortium vom Tiefbauamt Stuttgart: Es stellt ihnen die relevanten Verkehrsdaten der Verkehrsmesspunkte in Stuttgart zur Verfügung. Diese helfen neben den Fahrtbewegungsdaten der App-Nutzer, die konstante Aktualisierung der Verkehrsprognose zu gewährleisten.

Bei frontierCities handelt es sich bereits um das zweite EU-Programm, welches eine der innovativen Logistik- und Mobilitätslösungen von BRINGX fördert. Im März 2015 bekam das Team um Gründer Matthias Brunner die Zusage für eine Förderung des FInisch Accelerator-Programms. Diese Finanzierung wird in die Entwicklung von passiv gekühlten Boxen für den Transport verderblicher Waren investiert. In beiden Fällen sollen Applikationen entwickelt werden, welche auf EU-FIWARE-Software-Komponenten basieren. Die Komponenten werden von der offenen Initiative FIWARE entwickelt, welche durch die Integration von neusten Internettechnologien ein nachhaltiges Ökosystem schaffen möchte und ihre Lösungen Entwicklern zur Verfügung stellt.

Langfristig ist vorgesehen, die auf Stuttgart zugeschnittene App auch für andere interessierte Städte anzupassen, sodass die Verkehrsprognose und –optimierung auch international zum Einsatz kommt. Einen ersten Kontakt gab es beispielsweise schon nach Bangalore, der drittgrößten Stadt Indiens, mit aktuell ca. 8,4 Mio. Einwohnern.

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